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Die Abrechnung - von Andreas Wieser


Aus und vorbei! Die WM 2010 für die Reggae Boyz ist mal wieder früh zu Ende gegangen. Erneut schaffte man es nicht in die Runde der besten sechs zu kommen.

Natürlich wird man jetzt nach den Gründen suchen, warum man in dieser schwierigen Gruppe nicht als Gruppenerster bzw. Gruppenzweiter weitergekommen ist. Mit Kanada, Mexiko und Honduras hatte man eine schwere, aber machbare Gruppe erwischt, wenn man bedenkt, dass viele Jamaikaner in England spielen, u. a. in der Premier League, der zur Zeit besten Liga auf dem Globus.

Leider muss man den ehemaligen Nationaltrainer und WM-Held von 1998 Rene Simoes die Schuld in die Schuhe schieben. Er war es, der einerseits zu defensiv agierte, anderseits die Stars aus den englischen Ligen nicht nomminierte. Erst in den letzten 3 Spielen konnte man erkennen wie gut die Reggae Boyz mit ihren Spielern aus den englischen Ligen agierten. Besonders Campbell-Ryce blühte in den Heimspielen förmlich auf.

Das Auftaktprogramm mit 3 Auswärtsspielen in Folge war sehr schwer, dennoch hätten die Boyz locker 3 Punkte aus Kanada mitnehmen können und ebenfalls einen Punkt aus Honduras. Die Niederlage in Mexiko war verdient und zu erwarten, obwohl die Mexikaner am Ende nur knapp weiter kamen und nur dank ihrer imensen Heimstärke die Runde der letzten sehcs erreichten.

Meiner Meinung spielten die Boyz in den 3 Auswärtsspielen zu schwach in der offensive, ja sogar zu ängstlich. Simoes ließ gegen Kanada mit Deon Burton nur eine nominelle Spitze auflaufen. Dadurch erarbeiteten sich die Reggae Boyz so gut wie keine Chance. Erst zum Schluss als mit Shelton und Cummings sowie mit Mittelfeldass Hue 3 Spieler eingewchselte wurden, bewegte sich etwas in der Offensive.

Den beiden 19-jährigen Spielern Obrien Woodbine und Evon Taylor konnte man keinen Vorwurf machen. Man darf solche Talente nicht in immens wichtige Spiele aufbieten, sondern muss diese behutsam aufbauen. Meiner Meinung nach wurde diese beiden Spieler ins kalte Wasser geschmissen, konnten jedoch die hohen Erwartungen aufgrund ihrer Unerfahrenheit nicht erfüllen. Dies hätte Rene Simoes wissen müssen und erfahrenere Spieler nomminieren sollen, auch wenn diese aus der heimischen Liga kommen.

Im Auswärtsspiel gegen Mexiko begann er mit Fuller und Burton im Angriff, obwohl begannt ist, dass die Mexikaner von der ersten Minute an auf Tore aus waren. Hier hätte man lieber einen defensiven Spieler einbauen sollen. Die beiden Angreifen kamen 90 Minuten nicht zur Geltung. Während Deon Burton ein Totalausfall war, erarbeitete sich Fuller wenigstens eine Chance. Von ihm sah man aber kaum etwas. In der Offensive ging bei der 0:3 Niederlage überhaupt nichts.

Im wichtigen Auswärtsspiel gegen Honduras ließ Rene Simoes den schnellen Angreifer Luton Shelton spielen, der jedoch im Angriff keinen Partner zum Anspiel hatte. Unverständlich war für mich auch, dass er Fuller erst in der 69. Minute brachte, dafür aber den 19-jährigen Watson für Taylor. Watson absolvierte vor dieser Partie erst ein Länderspiel und war mit seiner Aufgabe im defensiven Mittelfeld total überfordert. Simoes muss sich hinterfragen lassen, warum er in so einem wichtigen Spiel einen total unerfahrenen Spieler die Chance gibt. Sowas kann er in einem Freundschaftsspiel machen, aber nicht während einem wichtigen WM-Qualifikationsspiel wo es um alles geht. Kein Wunder, dass die Boyz das Spiel mit 0:2 verloren und somit so gut wie draußen waren.

Logische Konsequenz der Misserfolge war der Rauswurf von Rene Simoes. In den 3 darauffolgenden Spielen kämpften sich die Boyz vor heimischer Kulisse mit sensationellen Siegen gegen Mexiko (1:0), Honduras (1:0) und Kanada (3:0) punktgleich mit Mexiko auf den 2. Platz heran, aber leider reichte es aufgrund des schlechteren Torverhältnisses nicht in die Runde der letzten sechs einzuziehen.

Aus meiner Sicht war es ein Fehler Rene Simoes zurückzuholen. Burrell hätte ein Machtwort sprechen müssen, als Simoes die Profis aus England nicht nomminierte. Er musste mit an sehen wie die Boyz mit einem B-Team versuchten die großen Fußballnationen zu besiegen. Mit Woodbine und Evan Taylor entdeckte Simoes zwar zwei große Talente, die jedoch noch viel lernen müssen und bei dieser WM-Qualifikation noch zu grün hinter der Ohren waren.

Die Boyz zeigten in der Qualifikation zwei Gesichter. Während sie daheim alle 4 Spiele mit 12:0 Toren gewannen, konnte sie auswärts nur gegen die Bahamas gewinnen. Dieses Spiel fand auch noch auf Jamaika statt.

Zum Schluss konnte man den Boyz keinen Vorwurf machen und nicht erwarten, dass sie gegen Kanada mit 7:0 gewinnen, was ja für das Weiterkommen gelangt hätte. Sie waren in dieser Qualifikationsrunde einfach nicht konstant genug.

Es bleibt nur noch zu hoffen, dass John Barnes länger im Amt bleibt und über Jahre hinweg eine schlagkräftigte Truppe formt, die bei der nächsten WM-Qualifikation in 4 Jahren für Furore sorgen kann.

Let´s go to Brazil 2014!!!

Autor: Andreas Wieser