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Unser neuer Trainer: Velibor "Bora" Milutinovic

Milo

Die Überraschung war groß als Präsident Creston Boxhill im November 2006 verkündete, dass Bora Milutinovic ab sofortiger Wirkung als technischer Leiter (also Trainer) der Reggae Boyz fungiert. Er unterschrieb noch vor Weihnachten einen Vertrag bis 2010.

Nachdem lange spekuliert wurde welcher prominenter Trainer die  Reggae Boyz trainieren wird, konnte noch vor Weihnachten mit Bora Milutinovic ein sehr erfahrener Trainer präsentiert werden. John Barnes stand lange auf der Wunschliste, doch da Bora mit Boxhill befreundet ist und dieser ihm den Job schmackhaft machte, wurde per Handschlag eine Einigung erzielt.

Bora ist ein absoluter Weltenbummler und schaffte bereits mit 3 Ländern die WM-Qualifikation. Insgesamt betreute er 5 Mannschaften bei der WM. Er wird heute als "Meister des Unmöglichen" genannt, da er aus jeder Mannschaft das beste herausholte.

Folgende Mannschaften betreute er bei der WM:

Mannschaft:
Jahr:
Mexiko
1986
Costa Rica
1990
USA
1994
Nigeria
1998
China
2002

Wie man aus obiger Tabelle ersehen kann, trainierte Bora bereits 3 Mannschaften aus der Karibik, die gleichzeitig die größten Konkurrenten um den Kampf für die WM-Plätze sind. Dies könnte sicherlich ein Vorteil sein, da er die Mannschaften genau kennt und sogar den jetzigen Trainer von Costa Rica bei der WM 1990 als Spieler trainierte.

Die ersten Spiele ließen darauf schließen, dass Bora sicherlich kein schlechter Trainer ist. Im Luan Cup in Hong Kong konnte mit einem U23 Team sogar der Cup gewonnen werden. Gegen die Schweiz (0:2) und Panama (1:1) zog sich die fast ausschließlich mit Spielern aus Jamaika bestückte Mannschaft gut aus der Affäre.

Bora weiß, was seine Legionäre in England, USA und Schweden können. Für die Freundschaftsspiele standen ihm jedoch nur Shelton und Gardner (beide gegen Panama) zur Verfügung. Er wird wohl erst die einheimischen Spieler testen lassen um eine schlagkräftige Truppe ausfindig zu machen.

Die German Reggae Boyz Supporter wünschen ihm alles Gute und hoffen, dass das Ziel: "Back to Africa" mit diesem sympatischen Trainer erreicht wird.

Kurz nach der Bekanntwerdung als Nationaltrainer von Jamaika gab er exklusiv für www.fifa.com ein Interview:

Hoffnungen der Karibik ruhen auf Milutinovic

(FIFA.com) 21 Nov 2006

Wenn einer als Weltenbummler des Fussballs bezeichnet werden darf, dann ist es Velibor Milutinovic. Der Serbe, der auf den großen Bühnen des Fussballs besser unter dem Namen "Bora" bekannt ist, hat bereits fünf unterschiedliche Nationalmannschaften bei FIFA-Weltpokal™- Turnieren betreut und ist nun bereit, sich in das nächste Abenteuer zu stürzen und das Ruder der Nationalelf Jamaikas zu übernehmen.

Milutinovic wurde vergangene Woche offiziell als neuer Trainer der Reggae Boyz vorgestellt, die er zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 führen will. Dies wäre nach Frankreich 1998 die zweite WM-Teilnahme der Insulaner. In Kingston hat der Trainer in einem Exklusivinterview mit FIFA.com über seine neue Mannschaft, seine Hoffnungen und den Traum gesprochen, mit dem Karibikstaat die größte Bühne des Weltfussballs zu betreten.

Herr Milutinovic, für Sie ist es das erste Mal, dass Sie in Jamaika als Nationaltrainer arbeiten. Schildern Sie uns Ihre ersten Eindrücke.

Das ist eine weitere Herausforderung in meiner Karriere. Vielleicht sogar die größte, aber unmöglich ist es nicht. Jamaika konnte sich bereits einmal für eine WM qualifizieren und hat schnelle Spieler, die über eine ausgezeichnete Physis verfügen. Dieses Team kann locker um den vierten Platz in der CONCACAF mitspielen. Das Motto der Mannschaft ist "Come back to Africa" ("Zurück nach Afrika"), da alle Spieler afrikanische Wurzeln haben.

Wie kam es dazu, dass Sie in Jamaika angeheuert haben?

Der Präsident des Verbandes, Crenston Boxhill, ist ein alter Bekannter und hat mir die Stelle angeboten. Er ist davon überzeugt, dass ich etwas bewegen kann und das Land nach der erfolgreichen Teilnahme in Frankreich 1998 zu einer weiteren WM führen werde.
Glauben Sie, dass es möglich ist, den Erfolg der damaligen Mannschaft zu wiederholen?

Das dürfte schwierig werden, da die Messlatte sehr hoch hängt. Nach der erfolgreichen Qualifikation gab es dann in Frankreich einen Sieg gegen die Japaner, die eine nicht zu unterschätzende Truppe sind. Das war eine herausragende Leistung, und ich hoffe, dass wir es ihnen gleichtun können. Schließlich ist es für ein kleines Land alles andere als einfach, sich für eine WM zu qualifizieren und eine Begegnung zu gewinnen. Aber Trinidad und Tobago ist das in Deutschland schließlich auch gelungen. Trinidad und Tobago hat einen sehr schönen Fussball gezeigt, einen Punkt gegen Schweden geholt und allen gezeigt, dass der Fussball in der Karibik besser ist als sein Ruf.

Sie haben auf der ganzen Welt als Trainer gearbeitet. Wie würden Sie dieses jamaikanische Team beurteilen?

Von der Physis her ist die Mannschaft mit dem nigerianischen Team vergleichbar, das ich 1998 in Frankreich betreut habe. Natürlich bringen diese Spieler eine ganz andere Erfahrung und Qualität mit - genug aber, um von der WM 2010 in Südafrika zu träumen. Jetzt müssen wir uns nur noch an die Arbeit machen.

Wen sehen Sie als Ihre Hauptkonkurrenten in der Region?

In der CONCACAF-Zone sind Mexiko und die USA ganz klar die Favoriten. Die haben das WM-Ticket praktisch schon in der Tasche. Danach kommen die ganzen anderen Mannschaften: Honduras, Costa Rica, Trinidad und Tobago, Kanada, Kuba und Panama. Mit denen wird ebenfalls zu rechnen sein. Für diese Teams gibt es anderthalb freie Plätze. Das wird eine ziemlich enge Angelegenheit, da Panama von Alexandre Guimarães, Costa Rica von Hernán Medford, Mexiko von Hugo Sánchez und El Salvador von Carlos de los Cobos trainiert werden. Sie alle waren Spieler von mir und sind nun angesehene Trainer!

Das ist in der Tat sehr interessant. Glauben Sie, dass Sie daraus einen Vorteil ziehen können?

(lacht) Wenn ich gegen sie spielen könnte, würde ich wohl gewinnen! Aber ich spiele ja nicht mit, so dass ich wohl auch keine Vorteile habe. Alles hängt davon ab, was meine Spieler zu leisten imstande sind. Wenn sie sich reinhängen, werden auch die Ergebnisse stimmen. Davon bin ich überzeugt.

Sie haben Jamaika beim 1:1 im Testspiel gegen Peru bereits beobachten können. Welchen Eindruck hatten Sie von Ihrer neuen Mannschaft?

Ich habe den Eindruck, dass viel Talent in der Mannschaft steckt. Wir haben Spieler, die in England, Schweden und den USA ihre Brötchen verdienen. Ich denke, dass wir mit der Mannschaft, die uns zur Verfügung steht, eine wettbewerbsfähige Truppe formen können. Die Qualität ist vorhanden. Jetzt müssen wir uns nur noch in die Arbeit stürzen. Leider konnte sich Jamaika nicht für den CONCACAF Gold Cup qualifizieren (im Caribbean Cup gab es Niederlagen gegen St. Vincent/Grenadinen und Haiti), so dass es uns an Wettbewerbspraxis fehlen wird. Ich werde versuchen müssen, möglicht viele Testspiele zu organisieren.

Hilft die Erfahrung bei den anderen Nationalmannschaften dabei, mögliche Testspielgegner zu finden?

Ich hoffe, dass ich meine Kontakte nutzen kann, denn nur mit der nötigen Spielpraxis können wir Fortschritte erzielen. Mit Mexiko haben wir 64 Spiele bestritten, mit den USA den absoluten Rekord von 94 Partien, und mit China waren es 51 Begegnungen.

Welche Prioritäten sehen Sie in Jamaika?

Die Einstellung der Spieler auf dem Platz und die taktische Disziplin. Wenn die Einstellung nicht stimmt und wir nicht richtig vorbereitet in die Begegnungen gehen, erreichen wir gar nichts. Wir haben aber auch Qualitäten, wie unsere Schnelligkeit und Physis, so dass es nur Kleinigkeiten sind, die wir verbessern müssen.

Werden Sie auch in Jamaika leben?

Ich gehe davon aus, dass ich nach Jamaika ziehen werde. Die geographische Nähe gestattet es mir ja, meine Familie in Mexiko zu besuchen. Ich muss aber auch hin und wieder nach England und in andere europäische Länder reisen, da dort viele unserer Spieler unter Vertrag stehen. Es ist die einzige Möglichkeit, sie aus der Nähe zu beobachten.

Zur WM 1998 in Frankreich hatte der damalige Trainer René Simões in England Ausschau nach Spielern mit jamaikanischen Wurzeln gehalten. Haben Sie das auch vor?

Wenn ich dabei einen Spieler wie John Barnes (englischer Stürmer jamaikanischen Ursprungs, der für Liverpool spielte) finden würde, wäre das natürlich wie ein Sechser im Lotto! Aber man muss auch realistisch sein: Alle Spieler, die entdeckt werden konnten, wurden wohl bereits entdeckt, so dass wir mit dem vorhandenen Potenzial arbeiten müssen.

Wie wurden Sie bei Ihrer Ankunft empfangen?

Der Empfang war großartig. Die Leute hier sind sehr sympathisch und haben mich sehr warmherzig aufgenommen. Jamaika ist eben Jamaika, und die Menschen hier haben einfach Spaß. Na ja, zumindest so lange wie die Ergebnisse stimmen…